Ick wünsch Di allns Gode ton 150-Johr-Fier
150 Jahre Akademie für Aus- und Weiterbildung Stenografen-Vereinigung Oldenburg (Oldb) e. V.
Die Oldenburger Stenografen feierten am 24. Juni im Kulturzentrum der Stadt Oldenburg, dem Peter-Friedrich-Ludwigs-Hospital, ihr 150-jähriges Bestehen. In ca. 2 ½ Stunden führte die 1. Vorsitzende Hannelore Schindelasch kurzweilig durch 150 Jahre stenografisches Leben in Oldenburg. Unterstützt wurde sie dabei durch den Sänger und Gitarristen Jörg Seidel und den Jazzpianisten Joe Dinkelbach. Durch die geschichtlichen Zahlen und das Umfeld der Stenografen führte Hannelore Schindelasch zusammen mit Schauspieler Tammo Poppinga von der August-Hinrichs-Bühne in Oldenburg. Die Gäste waren verblüfft, dass in den früheren Jahren die Sitzungen im Landtag auf Plattdeutsch geführt wurden. Eine echte Herausforderung für die Stenografen!
Hannelore Schindelasch konnte Ehrengäste der Politik begrüßen, so waren Vertreter aller in der Stadt vertretenen Parteien gekommen. Weiter waren die Kinder und Enkel von Otto Kloppenburg anwesend. Zu Otto Kloppenburg haben die Oldenburger Stenografen eine besonders enge Verbindung gehabt. So schrieb er nach dem zweiten Weltkrieg die neuen Lehrbücher für Stenografie und Maschinenschreiben, da die alten vorhandenen Lehrbücher nicht mehr verwendet werden durften. Die Bücher Otto Kloppenburgs haben einige Generationen von Schülern in und um Oldenburg in die Welt der Stenografie und der Tasten eingeführt.
Karl-Wilhelm Henke berichtete über die technische Entwicklung und die Notwendigkeit des rationellen Tastschreibens. Waltraud Dierks rundete die Reise durch 150 Jahre stenografisches Leben mit einem Überblick über die Globalisierung der Schreibtechniken ab.
150 Jahre stenografisches Leben in Oldenburg – eine lange Zeit, in der sich unglaublich viel getan hat. Aus ursprünglich mehreren Stenografenvereinen in Oldenburg wurde die heutige Akademie für Aus- und Weiterbildung Stenografen-Vereinigung Oldenburg (Oldb) e. V. Die Zahl der Mitglieder entwickelte sich dabei recht unterschiedlich. Bis zu 1 600 Mitglieder zählte man zu besten Zeiten. Heute ist der Verein mit knapp 250 Mitgliedern der drittgrößte Stenografenverein in Deutschland.
Natürlich kamen auch die Mitglieder bei der Feierstunde nicht zu kurz. Marianne Reiners wurde für ein besonderes Jubiläum geehrt. Sie ist seit 50 Jahren Mitglied im Oldenburger Stenografenverein! Susanne Kathmann erhielt zum zweiten Mal den Wanderpokal für die größte Leistungssteigerung. Zum Abschluss ehrte Hannelore Schindelasch die Wettschreiber mit der Verleihung von Leistungsabzeichen. Besonders freut sich Hannelore Schindelasch über die Jugendlichen, die in diesem Jahr erstmals an den Deutschen Meisterschaften teilgenommen haben. „Solange wir noch so viele Jugendliche haben, die sich engagieren, ist mir um die Zukunft nicht bange.“
Hannelore Schindelasch selbst erhielt von den Mitgliedern der Akademie für Aus- und Weiterbildung den „Ehrenpokal der Akademie für Aus- und Weiterbildung“ für ihr herausragendes Engagement. Sie ist jetzt seit 27 Jahren 1. Vorsitzende des Vereins.
Mit einem gemeinsamen Mittagessen im Ratskeller klang die Festveranstaltung gemütlich aus. Viele Kontakte zu früheren Mitstreitern lebten wieder auf und sollen weiter gepflegt werden.
Alle waren von der humorvollen Darstellung über die 150 Jahre stenografisches Leben in Oldenburg angetan. Besonders Tammo Poppinga begeisterte mit seinen Einlagen in Plattdeutsch. Auch Jörg Seidel und Joe Dinkelbach haben bei der Auswahl der Musikstücke den Bogen zum Schreiben und die Stenografie auf humorvolle Weise gespannt. Langeweile, wie sonst häufig bei solchen Veranstaltungen zu beobachten, kam nicht eine Minute lang auf.
Herzlichen Dank an Hannelore Schindelasch, die diese tolle Veranstaltung organisiert hat!
Ein Bericht von Angelika Höffner-Hain