Um der monotonen Widerholung des ewig Gleichen entgegen zu wirken, ist die spontane Idee unserer Vorsitzenden zu loben und als Erneuerung einzuführen. Wer dieses Erlebnis verpasst hat, ist selbst schuld!
Um dem dunklen nebeltrüben und nasskalten Novemberende zu entfliehen sind wir ausgezogen, um uns frischen Wind oder auch Sturm um die Nase blasen zu lassen. Mit erwartungsvoller Hoffnung im Hinblick unserer Wünsche, wettermäßig angepasst mit entsprechender Ausstattung ist der Oldenburger Verein vom Westen, die Luckenwalder Stenofreunde vom Osten und mit freundlicher Unterstützung unserer Hamburger Verehrer sind wir losgezogen, um der stolzen Anna unsere Reverenz zu bekunden.
Wie durch Geisterhand oder höherer Eingebung lichtete sich ab Cuxhaven die Nebelwand und die Wintersonne setzt ihr schönstes Gesicht auf. Strahlt über unseren Mut und steht uns den kommenden zwei Tagen freundlich zur Verfügung, Sie belohnt auch den mutigsten Angsthasen mit aalglatter See. Wir sind mit so warmer Herzlichkeit auf Helgoland empfangen und firstclassmäßig im Hotel ausgestattet worden, dass Rudi unser Wohlgefallen mit einem Trompetensolo bedankt hat. Die Helgoländer nahmen dies mit friesischer Gelassenheit entgegen und nickten uns freundlich zu. Dafür durften wir auch den Weihnachtsbasar mit handwerklichen Ausstellungsstücken einheimischer Inselbewohner besuchen und uns am Selbstgebacken und frischen heißen Kaffee erfreuen, wahlweise auch an Weihnachtspunsch.
Das mediterrane Klima hob unsere Stimmung und spornte uns zu Höchstleistung an. (Nicht das, was ihr denkt, Wettschreiben nein! (Sportlich mit Füßen und mit Kraft.) Es waren nämlich 18 Meter in Form von Stufen in den massiven Felsklotz zu bewältigen (das nächste Mal nehm ich den Fahrstuhl). Oben angekommen genießen wir die angenehme frische salzige Brise von See mit Windböen, gegen die wir standhaft ankämpften. Unser Marsch begann, die Dämmerung auch. Nachdem wir uns von der Anwesenheit des Bollerwagens überzeugt haben, ging es los in Richtung zur stolzen Anna. Es waren auch Berge zu bewältigen (auch Bombentrichter genannt. Überbleibsel des letzten Krieges).
Die untergehende Sonne bestrahlte das Meer und tauchte die roten Felsen in ein gigantisches Licht. Die zunehmende Dämmerung passte sich unserem Zustand an. Die Taschenlampen und der Leuchtturm wiesen uns den Weg und unter Zuhilfenahme des Inhaltes des Bollerwagens stärkten wir unsere Leistung gewaltig. Die stolze Anna lächelte milde auf uns herab, besser gesagt an, sie hat ihren Stolz überdacht, indem sie sich zu uns herabließ und ihre Größe etwas verringerte, um uns in die Augen sehen können, was sehr tröstlich ist. Bedauerlicherweise ist unsere Gruppe etwas geschrumpft.
Aus Unwissenheit um des Geheimnisses des Bollerwagens? Oder vielleicht doch durch etwas zuviel Wind und kalte Füße haben wir den Rest verloren. Rest, habt ihr gemerkt, dass ihr etwas verpasst habt? Die Taschenlampen taten kund, dass sich doch noch etliche auf dem Weg befanden.
Das Würfelspiel gewannen natürlich die Männer mit einem Punkt mehr als die Frauen, aber lassen wir ihnen die Freude.
Das Festmahl war ein Festmahl aus unserer Oldenburger Palme mit friesischer Variante. Die Verwandten unseres Kohls waren am Wegesrand zu finden. Wer genau hingeguckt hat, konnte sie erkennen. Es fehlte unser Magenbitter. Den werden wir den nächsten Tag reichlich einkaufen, versprochen!.
Aber wir sind ja nicht nur zum Essen hergekommen. Erinnern wir uns doch an die schreckliche Tragödie auf Helgoland während der letzten Kriegstage. Man - wenn die den Fels nicht gehabt hätten, in die sie Stollenwege hauen haben, die wären heute alle tot. Helgoland war sehr begehrt. Warum bloß, wegen des Fusels? Aber ein Ostfriese überlebt alles Übel. Das haben sie mit der Muttermilch eingesogen, oder war das der Göttertrunk? Wo haben die bloß die vielen Göttergaben her, die uns den Bauch und das Herz so wärmen?
Helgoland ist nie besiegt worden, auch nicht von den Touristen.
Prost! Eure Elfi Palme