Texteingabe am PC

von Hannelore Schindelasch

Immer wieder heißt es, dass die Arbeit zu teuer sei. Beispielsweise musste ich erleben, dass in einer Kfz-Werkstatt ca. ½ Std. vom Meister benötigt wurden, um die Daten meines Autos zu erfassen. Beim Zollamt musste ich lange warten, weil ich für 27,00 € etwas über das Internet in China bestellt hatte. Das Ausfüllen des Formulars dauerte ewig und alles für 5,13 € MwSt. Weitere Beispiele gibt es unendlich. - Nun, das muss so nicht sein!

Am PC bzw. der Tastatur zur Eingabe kommt man weder beruflich noch privat vorbei! Die rationelle Texterfassung kann man im Stenografen-Verein, hier Akademie für Aus- und Weiterbildung Stenografen-Vereinigung Oldenburg (Oldb) e. V. (kurz: Akademie AWeStO) wunderbar erlernen. Die Lehrkräfte sind optimal ausgebildet.

Das sog. Blindschreiben, auch Tastschreiben und Tastaturschreiben genannt, erregt seit Jahrzehnten die Gemüter. Früher nahm man sich ein Jahr Zeit um die Fertigkeit des Maschinenschreibens zu erlernen.

Warum so viel Zeit? Was hatte das zur Folge? Die Lösung ist ganz einfach: Der/die Lernende erlernte, wie die einzelnen Tasten zu bedienen (anzuschlagen) sind. Die Griffrichtung der einzelnen Tasten, die Präzision der Anschlagtechnik und das Erlernen der Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung (DIN 5008) sind von Anfang an Gegenstand der Schreibausbildung.

Doch vor einigen Jahrzehnten wollte man andere/neue Wege beschreiten. Man sprach nunmehr auch nicht mehr von Schreiben auf einer Tastatur, sondern vom „Tippen“.

Der Duden „Rechtschreibung“ gibt zu diesem Wort folgende Informationen:

tippen

Wortart: schwaches Verb
Wort mit gleicher Schreibung: tippen (schwaches Verb)

RECHTSCHREIBUNG
Worttrennung: tip|pen
Beispiel: er hat ihm, auch ihn auf die Schulter getippt

BEDEUTUNGSÜBERSICHT
1.    etwas mit der Finger-, Fußspitze, einem dünnen Gegenstand irgendwo leicht und kurz berühren, leicht anstoßen
2.    (landschaftlich) Tippen spielen
3.    a) (umgangssprachlich) Maschine schreiben, auf einer Tastatur schreiben
      b) umgangssprachlich) auf der Schreibmaschine, mithilfe einer Tastatur schreibend verfertigen(umgangssprachlich) (Daten) mithilfe einer Tastatur eingeben

WUSSTEN SIE ES SCHON? Dieses Wort gehört zum Wortschatz des Goethe-Zertifikats B1 (Deutschprüfung für Jugendliche und Erwachsene).

Das Wort „Tippen“ setzte sich umgangssprachlich durch. Das Erlernen der Tastaturbedienung wurde zu einem neuen Geschäftsmodell. Slogans wie „Lästiges Tippen war gestern“ sollten zu neuen Methoden motivieren.

Was war neu? Die Tastaturbeherrschung sollte nun in 4 oder 5 Stunden mit viel Spaß erlernt werden. Wie sollte das gelingen? Die meisten Systeme ähneln sich darin, dass die Tastatur anhand einer Geschichte auswendig gelernt werden soll. Eine Audio-CD unterstützt das Erlernen der Position der Tasten.

M. E. dienen alle Methoden nur dazu, die Tastatur auswendig zu lernen. Einst fing es damit an, dass man mit Kreuzen die Buchstaben und deren Lage den Fingen zuordnen sollte. Die Frage ist, brauche ich dafür wirklich eine Geschichte und die Assoziationen zu den Buchstaben (a = Apfel, s = See, d = Dotterblume, f – Feuer usw.) und eine Geschichte? Ist es notwendig, dass ich Kärtchen mit diesen „Begriffen“ auf eine Papp-Tastatur legen kann? Im Förderunterricht sind diese Möglichkeiten sicherlich ein hilfreicher und guter Weg. M. E. ist beim „normalen“ Lernenden dieser Umweg eher hemmend, da es sich hier um einen Vorgang handelt, der für das Schreiben normalerweise überflüssig ist.

Sicherlich erinnern Sie sich noch an die Zeiten, als man Fremdsprachen im Schlaf erlernen sollte/konnte. Auch das war eine Geschäftsidee, die sich nicht durchsetzte!

Resümee: Beim Erlernen des Beherrschens der Tastatur sollte von Anfang an aktiv geschrieben werden:

a) Griffweg erkennen
b) Griffweg ertasten
c) Griffweg ausführen
d) neuen Griffweg in bekannte einbauen
e) von Anfang an auf Präzision der Anschlagtechnik achten
f) neue Buchstaben und Zeichen sofort sicher und schnell schreiben können
g) Erlerntes in Wörter, Geläufigkeitsübungen und Sätze und Texte einbinden

Gleichzeitig werden die ergonomische Grundsätze (Hand-, Körperhaltung usw.) vermittelt.

Wir kennen die Redewendung „Viele Wege führen nach Rom“ bzw. „Alle Wege führen nach Rom“. Sicherlich führen auch beim Tastschreiben alle Möglichkeiten irgendwie zum erhoffen Ziel. Aber sind Umwege sinnvoll? Sollte man nicht von Anfang an den richtigen, den rationellen Weg einschlagen? Was habe ich davon, wenn ich an einem Tag die Tastatur „auswendig“ kenne und angeblich „beherrsche“ und danach noch ganz viel üben muss, damit es wirklich so ist?

Ideal wäre es, wenn unsere Schüler/-innen bereits in der 3. oder 4. Klasse die richtige Tastaturbedienung erlernen würden. Da haben sie sich noch kein „eigenes System“ angeeignet. Die Finger sind in diesem Alter entsprechend ausgebildet, sodass das Erreichen der einzelnen Tasten möglich ist!

Behalten wir alles im richtigen Blick! Beim Erwerb eines Führerscheines ist alles ganz klar vorgeschrieben, damit die Fahranfängerin/der Fahranfänger den Anforderungen des Straßenverkehrs gerecht werden kann. Warum lässt man sich bei der rationellen Texterfassung blenden? Machen Sie es besser: Melden Sie sich bzw. und Ihre Kinder bei uns zu einem Kurs an.